Überblick
Der Inle-See im Shan-Bergland gehört zu den schönsten Landschaften Myanmars. Hier leben die Intha, die Kinder des Sees, bekannt für ihre eigentümliche Ruderart mit dem Bein. Jedes Jahr im Herbst feiern sie eines der stimmungsvollsten Feste des Landes, das Pagodenfest Phaung Daw U.
Das Fest fällt an das Ende der buddhistischen Fastenzeit und dauert rund achtzehn Tage. In dieser Zeit werden heilige Buddha-Bildnisse von Dorf zu Dorf über den See gefahren.
Die fünf goldenen Figuren
Im Mittelpunkt stehen fünf kleine, vergoldete Figuren aus der Phaung-Daw-U-Pagode. Über Generationen haben die Gläubigen so viel Blattgold aufgetragen, dass die Figuren heute nur noch als goldene Klumpen zu erkennen sind.
Eine Legende prägt das Fest: 1965 kenterte das Festboot bei einem Unwetter. Vier Figuren wurden geborgen, die fünfte blieb verschwunden. Als die Boote zur Pagode zurückkehrten, stand sie der Überlieferung nach bereits wieder an ihrem Platz. Seither bleibt diese Figur in der Pagode zurück, und nur vier werden auf die Reise mitgenommen.
Bootsprozession und Regatta
Die Figuren reisen auf einem prunkvollen, vergoldeten Boot in Gestalt des mythischen Vogels Karaweik. Gezogen wird es von langen Booten, deren Ruderer im Stehen mit einem Bein rudern. Begleitet wird die Prozession von einer Regatta dieser Beinruderer, ein Bild, das es nur am Inle-See gibt.
Reisezeit und Tipps
Das Fest liegt im September oder Oktober, je nach Mondkalender. Die Figuren machen an vielen Orten am See Station, sodass sich das Geschehen über Tage verteilt. Am Hauptort herrscht großer Andrang.
Zum selben Anlass, dem Ende der Regenzeit, finden Boun Ok Phansa in Laos und Loy Krathong in Thailand statt.