Überblick
Die Menschen in Nepal haben sich einen kraftvollen, ursprünglichen Glauben bewahrt. Wie kaum anderswo ist das Leben eng in religiöse Traditionen eingebunden. Ein besonders ungestümes Beispiel ist Bisket Jatra, das Neujahrsfest der Stadt Bhaktapur im Kathmandu-Tal.
Anders als die meisten hinduistischen Feste folgt Bisket Jatra dem Sonnenkalender. Es fällt daher jedes Jahr auf etwa denselben Termin, Mitte April, und markiert den Beginn des nepalesischen Jahres nach dem Bikram-Sambat-Kalender.
Die Legende
Um den Ursprung ranken sich fantastische Mythen. Die bekannteste erzählt von einem Helden, der die Tochter eines Königs von einem Fluch befreite. Zwei Schlangendämonen, die Nacht für Nacht ihre Liebhaber töteten, bezwang er mit seinem Zauberschwert. Zur Erinnerung an diesen Sieg soll fortan zum Jahreswechsel das große Fest gefeiert werden, an dem die Schutzgottheiten Bhairava und Bhadrakali teilnehmen.
Der Wagen und das Tauziehen
Im Mittelpunkt steht ein gewaltiger, hölzerner Tempelwagen mit dem Bildnis des Gottes Bhairava. An langen Tauen ziehen ihn hunderte Männer durch die Gassen. An einer Kreuzung entbrennt ein Tauziehen zwischen der Ober- und der Unterstadt: Welche Seite den Wagen zu sich zieht, dem Stadtteil verheißt es Glück für das kommende Jahr.
Ein weiterer Höhepunkt ist das Aufrichten eines hohen Holzmastes, des Lingo. Sein späteres Umstürzen leitet den Jahreswechsel ein.
Reisezeit und Tipps
Bisket Jatra dauert mehrere Tage rund um den 14. April. Bhaktapur mit seiner mittelalterlichen Altstadt bildet dafür eine einzigartige Kulisse. Beim Wagenzug geht es eng und wild zu.
Weitere Feste der Region sind das balinesische Tempelfest Odalan und der indische Pushkar Mela.