Überblick
Auf Bali hat sich eine Festkultur entwickelt, die in der Welt einzigartig ist. Ihren schönsten Ausdruck findet sie in den Tempelfesten, den Odalan. Jeder Tempel feiert einmal im balinesischen Ritualjahr mit großem Prunk die Wiederkehr des Tages seiner ersten Weihe.
Der sonst oft stille Tempelbezirk erwacht dann zu religiösem und weltlichem Leben. Für die Dorfgemeinschaft ist der Tempelgeburtstag ein Höhepunkt des Jahres. Da die meisten Tempel dem 210-tägigen Pawukon-Kalender folgen, findet irgendwo auf Bali fast täglich ein Odalan statt.
Opfergaben und Schmuck
Schon die Vorbereitung zeigt den Reichtum balinesischer Volkskunst. In tagelanger Arbeit fertigen die Frauen Flecht- und Steckwerke aus Palmblättern, die Altäre und Nischen schmücken. Aus gefärbtem Reismehl entstehen filigrane Gebilde, die Sarad. Türme aus Früchten und Kuchen werden auf dem Kopf zum Tempel getragen.
Ablauf des Tempelfestes
Während des Odalan, das meist drei Tage dauert, steigen die Gottheiten der Überlieferung nach in den Tempel herab. Priester sprechen Gebete, Gamelan-Musik erklingt, und heilige Tänze werden aufgeführt. Die Gläubigen bringen ihre Gaben dar und empfangen den Segen mit Weihwasser und Reis auf der Stirn.
Reisezeit und Tipps
Ein Odalan lässt sich das ganze Jahr über erleben, da jeder Tempel seinen eigenen Termin hat. Vor Ort erfährt man, wo demnächst gefeiert wird. Die großen Feste in bekannten Tempeln sind besonders eindrucksvoll.
Das inselweite Hauptfest des balinesischen Hinduismus ist Galungan. Wer weitere Wasser- und Tempelfeste sucht, findet Verwandtes bei Loy Krathong in Thailand.