Überblick
Thaipusam wird von tamilischen Hindus gefeiert und fällt auf den Vollmond im tamilischen Monat Thai, meist Ende Januar oder im Februar. Sein bekanntester Schauplatz sind die Batu Caves am Rand der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur. Auch in Singapur und im südindischen Stammland, etwa in Palani, wird das Fest begangen.
Die Vorfahren der malaysischen Tamilen kamen einst als Plantagenarbeiter aus Südindien ins Land. Mit Thaipusam bewahren sie die religiösen Traditionen ihrer alten Heimat.
Der Gott Murugan
Thaipusam ist Murugan gewidmet, dem hinduistischen Gott des Krieges und Sohn Shivas. Gläubige danken ihm, lösen Gelübde ein oder bitten um Beistand. Die Verehrung äußert sich in Fasten, Gebet und körperlicher Buße.
Die Kavadi-Träger
Kennzeichnend für Thaipusam sind die Kavadi. Das sind Lasten, die die Gläubigen als Zeichen der Hingabe tragen. Sie reichen vom einfachen Milchtopf bis zu großen, geschmückten Gestellen. Manche Teilnehmer durchbohren als Akt der Selbstkasteiung Haut, Zunge oder Wangen mit Spießen und Haken.
Wer eine solche Kavadi auf sich nimmt, bereitet sich mit Wochen des Fastens und der Reinigung vor. In tranceartiger Versenkung berichten viele, keinen Schmerz zu empfinden. Für Außenstehende ist dieser Teil des Festes ebenso befremdlich wie eindrucksvoll.
Die Batu Caves
Ziel der Prozession ist der Murugan-Tempel in den Batu Caves, einer Kalksteinhöhle nördlich von Kuala Lumpur. Zu ihr führen 272 Stufen hinauf, über die die Kavadi-Träger im Gedränge der Menge emporsteigen. Am Fuß der Treppe wacht eine riesige goldene Murugan-Statue.
Reisezeit und Tipps
Der genaue Termin richtet sich nach dem Mondkalender und liegt im Januar oder Februar. Die Prozession beginnt in der Nacht und erreicht am Morgen ihren Höhepunkt. An diesem Tag herrscht großes Gedränge, festes Schuhwerk und Geduld sind ratsam.
Ähnlich intensiv sind andere hinduistische Großfeste, etwa das Wagenfest Rath Yatra in Puri oder der Pushkar Mela in Rajasthan.